
ver.di und die GdP forderten die Arbeitgeber auf, zur dritten Verhandlungsrunde ein ordentliches Angebot vorzulegen.
Passau - pm (29.01.2026) In Passau beteiligten sich am Mittwoch 400 Beschäftigte am regionalen Streiktag zu dem die Gewerkschaften ver.di, GdP und GEW gemeinsam aufgerufen hatten. Parallel dazu fanden am heutigen Tag auch in allen anderen bayerischen Universitätsstädten Aktionen zur laufenden Tarif- und Besoldungsrunde der Länder statt. In Passau folgten die Beschäftigten und studentischen Hilfskräfte der Universität Passau sowie des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz dem Streikaufruf.
Darüber hinaus beteiligten sich Beschäftigte und Beamten der staatlichen Bauämter Landshut und Passau mit ihren Straßenmeistereien, der Wasserwirtschaftsämter Landshut und Deggendorf, der Autobahn GmbH, der Justizvollzugsanstalt Straubing sowie weiterer Landesbehörden in Niederbayern. Von Seiten der Polizei waren aus allen niederbayerischen Kreisgruppen der GdP, sowie aus dem Polizeiverwaltungsamt und der zentralen Bußgeldstelle Kolleginnen und Kollegen vertreten. ver.di und GdP zeigten sich als Veranstalter dementsprechend sehr zufrieden mit der Teilnahme, wie der für die Organisation zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär Christoph Kittel betonte.
Der für die Universitäten zuständige ver.di-Fachsekretär Josef Ilsanker ergänzte für seinen Bereich: „Schon jetzt sind viele Unis gezwungen, auf Kosten der Beschäftigten und der Lehre zu sparen. Wer diesen Kurs fortsetzt, gefährdet die Qualität von Forschung, Lehre und Ausbildung und setzt unsere stärkste inländische Ressource aufs Spiel.“ Ilsanker und Maximilian Wimmer (GEW/ver.di) betonten zudem, dass es dringend geboten sei, die 300.000 unter prekären Bedingungen beschäftigten studentischen Hilfskräfte endlich durch einen Tarif abzusichern.
Peter Hoffmann, vom Tarifsekretariat öffentlicher Dienst ver.di Bayern, erklärte in seiner Rede: „Die 400 Menschen hier - bei eisigen Temperaturen - zeigen deutlich: Eure Geduld ist zurecht am Ende! Ihr verdient ein ordentliches Angebot und keinen ‚Lösungskorridor‘ in Höhe eines Inflationsausgleichs verteilt auf drei Haushaltsjahre!“
Der Landesvorsitzende Tarif der GdP Bayern, Reinhard Brunner, kritisierte die Haltung der Arbeitgeber scharf: „Immer mehr Großeinsätze, immer mehr Sonderaufgaben. Wir Polizeibeschäftigte schieben mittlerweile drei Millionen Überstunden vor uns her. Wo bleibt die Wertschätzung? Wo sieht man die positive Vorreiterrolle der bayerischen Staatsregierung?“
ver.di und die GdP forderten die Arbeitgeber auf, zur dritten Verhandlungsrunde ein ordentliches Angebot vorzulegen, das den Forderungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder gerecht wird und den Anschluss an die Tarifabschlüsse im übrigen öffentlichen Dienst gewährleistet. Die nächsten Verhandlungen, an denen sowohl ver.di, als Verhandlungsführerin, als auch die GdP als mitgliederstärkste Gewerkschaft bei der Polizei direkt teilnehmen, finden ab dem 11. Februar in Potsdam statt.

