
MdL Ruth Müller sprach gestern vor den Milchbauern in München, für faire Milchpreise demonstrierte. - Foto: Carolin Arns
München – pm (29.01.2026) Deutliche Worte hat Ruth Müller, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, am Mittwochvormittag auf der Demonstration der Milchbäuerinnen und Milchbauern am Münchner Odeonsplatz gefunden. „Die aktuell niedrigen Milchpreise gefährden Existenzen und sind für die Betriebe nicht länger tragbar“, stellt sich Müller hinter die Forderung der Landwirt*innen nach fairen Preisen für ihre Milch.
„Als ich zum ersten Mal in den Bayerischen Landtag gewählt wurde, war die Forderung der Milchbauern ein Preis von 35 Cent pro Liter“, erinnerte Müller. Seither seien nicht nur die Lebensmittelpreise gestiegen, auch die Produktionskosten wurden teurer. Deshalb sei es nicht hinnehmbar, dass jetzt wieder Milchpreise von 38 Cent für die Landwirte im Raum stünden. „Jedes Mal, wenn der Milchwagen vom Hof fährt, nimmt er Geld der Milchbauern mit“, kritisierte Müller unter Applaus die aktuelle Situation.
Die SPD-Politikerin macht strukturelles Versagen auf mehreren Ebenen für das Preisdumping bei Milchprodukten verantwortlich. Auf EU-Ebene und im Bund würden CDU/CSU und die Freien Wähler die Anwendung des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktorganisation der EU torpedieren. Würde dieser konsequent umgesetzt, gäbe es verbindliche Lieferverträge, eine transparente Preisbildung und mehr Verhandlungsmacht für Erzeugerinnen und Erzeuger. Dass dieser in Deutschland bislang nicht genutzt werde, sei eine bewusste politische Entscheidung - auch durch die Ablehnung durch die CSU und die Freien Wählern im Bundesrat.
Wie auch der Dachverband BDM fordert die SPD-Agrarpolitikerin, dass sich die Milchpreise an den Produktionskosten orientieren und Molkereien wie auch der Lebensmitteleinzelhandel endlich Verantwortung übernehmen müssen. „Schützt unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern, nicht das Preisdumping – setzt Artikel 148 endlich wirksam um“, appellierte sie an die Bayerische Staatsregierung.

