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ver.di weitet Streiks aus: Regionaler Streiktag in Passau

Niederbayern - pm(27.01.2026) Nachdem die Arbeitgeberseite in der zweiten Verhandlungsrunde der Tarifrunde der Länder (TV-L) kein konkretes Angebot vorgelegt hat, weitet ver.di die Streiks in Bayern und bundesweit aus. Den Auftakt machen die Universitätskliniken: Alle sechs bayerischen Universitätskliniken beteiligen sich an den Arbeitsniederlegungen. Die Versorgung der Patient:innen ist an allen Standorten durch Notdienstvereinbarungen gesichert.

Am Mittwoch folgen die Hochschulen und Studierendenwerke. In Passau sind die Beschäftigten und studentischen Hilfskräfte der Universität Passau sowie des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz zum Streik aufgerufen. Darüber hinaus beteiligen sich die Beschäftigten und Beamten der staatlichen Bauämter Landshut und Passau und ihrer Straßenmeistereien, die Wasserwirtschaftsämter Landshut und Deggendorf, der Autobahn GmbH, der JVA Straubing und weiterer Landesbehörden in Niederbayern.

Die Kundgebung in Passau veranstaltet ver.di gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die ebenfalls ihre niederbayerischen Kolleg:innen aufruft. Zudem beteiligt sich die IG BAU und mobilisiert ihre im TV-L beschäftigten Mitglieder zum regionalen Streiktag.

Der Streiktag beginnt am Mittwoch um 9.30 Uhr mit einer Sammlung der Beschäftigten auf der Uniwiese. Von dort zieht der Demonstrationszug zum Klostergarten, wo um 10.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet. Dort sprechen unter anderem der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Reinhard Brunner sowie Peter Hoffmann vom bayerischen ver.di-Tarifsekretariat.

Der für die Universität Passau zuständige ver.di-Fachsekretär Josef Ilsanker erklärt: „Die Arbeitgeber haben nicht nur bislang kein verbindliches Angebot vorgelegt, sie haben zudem angekündigt, bei der Bildung sparen zu wollen. Das ist eine politische Bankrotterklärung.“

Gerade in der aktuellen Situation seien mehr statt weniger Investitionen in Bildungseinrichtungen und ihre Beschäftigten notwendig – von der Kita bis zur Hochschule. „Ob neue Technologien, Klimawandel oder gesellschaftliche Umbrüche: Gute Bildung, Wissenschaft und Forschung sind zentral, um die Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen“, betont Ilsanker.

„Hochschulen liefern wissenschaftliche Expertise und bilden dringend benötigte Fachkräfte aus. Schon jetzt fahren viele Universitäten einen Sparkurs zulasten der Beschäftigten und der Lehrveranstaltungen. Wer hier weiter den Rotstift ansetzt, zerschlägt das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft“, so Ilsanker weiter. Die Länder müssten für eine auskömmliche Finanzierung der Hochschulen, Studierendenwerke und Forschungseinrichtungen sorgen – für gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.

„Damit Personal gehalten und neu gewonnen werden kann, etwa um die dringend notwendige Digitalisierung der Universitäten voranzubringen, muss mindestens Anschluss an die Tarifentwicklung im übrigen öffentlichen Dienst gehalten werden.“

Christoph Kittel, ver.di-Gewerkschaftssekretär für die Landesbehörden in Niederbayern, sieht in der aktuellen Verhandlungslage und der öffentlichen Debatte über die über angebliche Faulheit von Beschäftigten gar eine Rückkehr zu den schlechten Erfahrungen der 2000er Jahre: „Damals wurde der öffentliche Dienst geprägt durch hartes Sparen auf Kosten der Beschäftigten, bis heute nachwirkende Einstellungsstopps und unnötige Konflikte über längere Arbeitszeiten. Heute wollen sich die Kolleginnen und Kollegen nicht erneut in eine solche Abwärtsspirale auf ihre Kosten drängen lassen. Wir erwarten ein ernsthaftes Verhandlungsangebot zur 3. Runde und keinen Inflationsausgleich auf drei Haushaltsjahre verteilt.“

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