
v. l.: Florian Unger, Sebastian Dorfner, Maximilian Schünemann, Mathias Stierstorfer, Andreas Strauß (1. Bürgermeister Markt Ergolding), Thomas Kuntscher und Philipp Schwarz
Ergolding - pm (26.01.2026) Der Markt Ergolding und die Energieversorgung Ergolding-Essenbach GmbH (EVE) packen die kommunale Wärmeplanung gemeinsam an. Auf Basis einer umfassenden Bestands- und Potenzialanalyse wurde das Marktgebiet in potenzielle Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt. Die aktuellen Ergebnisse wurden am 22. Januar bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt.
Energiebedarf, Einsparpotenziale und erneuerbare Energien
Die Bestandsanalyse zeigt: Der Großteil der Gebäude in Ergolding wird noch mit fossilen Energieträgern beheizt. Dabei hat insbesondere die ansässige Industrie einen hohen Energiebedarf – rund 80 Prozent des Endenergieverbrauchs entfällt auf die Unternehmen. Entsprechend groß ist auch der Einfluss der Industrie auf die Treibhausgasemissionen.
Die Potenzialanalyse gibt einen Überblick, wie der Energiebedarf reduziert werden kann und welche erneuerbaren Energieträger vor Ort zur Wärmeerzeugung genutzt werden könnten. In Ergolding könnte durch Sanierung der Energieverbrauch um circa 84 GWh pro Jahr gesenkt werden. Zum Vergleich: Der derzeitige Wärmebedarf des Marktes liegt bei etwa 423 GWh jährlich. Für die künftige Wärmeerzeugung stehen verschiedene erneuerbare Optionen von Biomasse bis Umweltwärme zur Verfügung. Die Nähe zum geplanten Wasserstoffkernnetz bietet gute Voraussetzungen für die Wasserstoffversorgung.
Einteilung des Marktgebiets in mögliche Wärmeversorgungsgebiete
Für die einzelnen Marktteile wurden im nächsten Schritt konkrete, wirtschaftlich sinnvolle Vorschläge für eine künftige Wärmeversorgung entwickelt. Rund um wichtige Industriestandorte erscheint aufgrund des hohen Energiebedarfs ein Wasserstoffnetz sinnvoll. In diesen Gebieten existiert bereits ein Gasnetz, das einfach umgerüstet werden kann. Auch Haushalte, die ans Ortsnetz angeschlossen sind, könnten dann Wasserstoff nutzen. Die bestehenden Wärmenetze sollen weiterbetrieben und Ausbaumöglichkeiten untersucht werden. Für Gebiete mit geringer Wärmedichte ist eine dezentrale Wärmeversorgung (Einzellösung) wahrscheinlich. Weitere Gebiete, für die noch keine eindeutige Bewertung vorliegt, wurden als Prüfgebiete eingestuft. In den kommenden Jahren wird weiter untersucht, welche Versorgungsvariante dort am besten geeignet ist.
Starkes Team für die zukunftsfähige Energieversorgung
Die Energieversorgung in Ergolding soll laut Bayerischem Klimaschutzgesetz bis zum Jahr 2040 weitestgehend klimaneutral erfolgen. Um frühzeitig Klarheit und Planungssicherheit zu schaffen, startete der Markt Ergolding gemeinsam mit der EVE im vergangenen Jahr die kommunale Wärmeplanung. Die EVE setzt dabei auf Partner mit langjähriger Expertise: Die Energie Südbayern GmbH (ESB) und die PricewaterhouseCoopers GmbH (PwC). Ein entscheidender Aspekt des Prozesses ist die enge Zusammenarbeit zwischen Ergolding und der EVE. Auch mit regionalen Unternehmen, Wärmenetzbetreibern und benachbarten Kommunen ist der Markt regelmäßig im Austausch. Das stellt sicher, dass Synergien genutzt, technische Entwicklungen frühzeitig berücksichtigt und gemeinsame Lösungswege entwickelt werden.
Die kommunale Wärmeplanung bringt keine Verpflichtungen für Unternehmen oder Privathaushalte mit sich. Sie informiert darüber, welche Wärmeversorgungsoption in einem bestimmten Gebiet oder Teilgebiet technisch und wirtschaftlich besonders geeignet ist. Sie ist damit eine wesentliche Grundlage für die Gemeindeplanung. Für die Umsetzung möglicher Wärmeversorgungsoptionen ist dabei nicht der Markt Ergolding verantwortlich, sondern beispielsweise Energieversorger, Wärmenetzbetreiber und Eigentümer. Die gesetzlichen Vorgaben zum Heizungstausch sind im Gebäudeenergiegesetz geregelt. Da sich die Rahmenbedingungen verändern können, wird der Wärmeplan regelmäßig überprüft und fortgeschrieben.

