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Lässt sich Extremwetter beherrschen? Stimmen aus dem Stadtrat

Achdorf Rosental

Aus dem Rosental kamen beim letzten Unwetter Wassermassen und Schlamm. - Foto: W. Götz

Landshut – gw (08.07.2021) Das was am Dienstag 29. Juni in Landshut geschah und ganze Straßenzüge überflutete, „hat unsere Fantasie übertroffen“, so Stadtrat Dr. Thomas Keyßner (Grüne). Keller liefen voll, Grundstücke wurden überschwemmt und Fahrzeuge demoliert. Den tatsächlichen Sachschaden kann wohl niemand wirklich beziffern. Auch der Bausenat diskutierte über den Tag, an dem die "Sintflut" über Landshut kam.

Quer durch die Parteien wurden Dringlichkeitsanträge zu dem Wetterereignis am 29. Juni gestellt. Beispielsweise, ob die Kanalisation solchem Starkregen gewachsen ist? Das Baureferat informierte, dass die Kanalisation laut Entwässerungsrichtlinie auf drei- bis fünfjährige Regenereignisse dimensioniert werden. Doch Landshut traf ein hundertjähriges Regenextrem mit 57 Litern Wasser pro Quadratmeter binnen einer knappen halben Stunde.

Was das Rosental in Stadtteil Achdorf anbelangt, lag die Sturzflut nicht an zusätzlichen Bebauungen und damit eingehenden zusätzlichen Bodenversiegelungen. In diesem Bereich wurde in den vergangenen 20 Jahren so gut wie nichts dazu gebaut. Was sich aber beobachten ließ, war, dass sich das Wasser in den oberen Hanglagen in Rinnen sammelte und nach unten durch das Rosental schoss. Der Anbau von Mais und Soja begünstigt den schnellen Abfluss.

Gerd Steinberger (SPD) selbst ein „eingeborener“ Achdorfer berichtete, die Situation seit 70 Jahren als Anwohner zu kennen. Fünf Überschwemmungen der Straße durchs Rosental hat er schon erlebt. 1907 wurden Häuser weggeschwemmt und zwei Kinder kamen zu Schaden. Danach wurde der Rossbach in der Bachstraße tiefer gelegt. Die Hügellandschaft oben am Kamm läuft auf diesen Trichter – Rosental und Bachstraße – zu. Auch 1951 kam es zu Überschwemmungen, wie am Dienstag, 21. Juni.

Sein Vorschlag lautete, durch ein Verbot von Mais- und Sojaanbau, den Abfluss des Regenwassers zu bremsen und in den Abflusszonen kein Holz zu lagern, das dann als zerstörerisches Treibgut mit ins Tal gerissen wird. Zudem möchte Steinberger nicht, dass das schöne Tal mit Regenrückhaltebecken verschandelt wird.

Oberbürgermeister Alexander Putz pflichtete ihm in diesem Punkt bei: „Regenrückhaltebecken sind bei solchen Ereignissen in Minuten voll.“

„Die Alte Bergstraße war 2013 schon unpassierbar“, erinnerte sich Bernd Friedrich (BfL). Damals wurde der Zug der Landshuter Hochzeit durch extremen Regen überrascht. „Aber bei 50 Litern Regen pro Quadratmeter in solch kurzer Zeit kann man wohl wenig präventive Maßnahmen setzen, so Friedrich. Für ihn sollten Nachverdichtungen in der Bebauung und Bodenversiegelungen noch stärker thematisiert werden „und wo überall Neubauten dazu kommen, darüber müssen wir noch diskutieren.“

Dr. Stefan Müller-Kroehling (ÖDP) schlug vor, landwirtschaftliche Nutzungen genauer zu beobachten, zu prüfen und zu dokumentieren.

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