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Niederbayern: Fachkräfte fehlen, aber nicht überall Neue Erkenntnisse des IHK-Fachkräftemonitors

ihk frank zwei (1.4.2016) - In Niederbayern fehlen Fachkräfte, jedoch nicht in allen Bereichen – dieses Fazit lässt sich aus den aktuellen Zahlen des IHK-Fachkräftemonitors ziehen. „Je nach gesuchter Qualifikation und auch je nach Branche ist die Situation recht unterschiedlich, aber der Gesamtbefund bleibt gleich: Die Betriebe in Niederbayern haben immer mehr Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen“, betont Martin Frank (Foto), stellvertretender IHK- Hauptgeschäftsführer. Nach den Zahlen des Fachkräftemonitors fehlen im IHK-Bezirk Niederbayern bereits jetzt 7.000 qualifizierte Arbeitskräfte, und dieser Wert wird sich bis 2021 verdoppeln.

Wenig verändern dürfte sich dabei der Bedarf an Akademikern – heute wie in fünf Jahren fehlen rund 1.000 Hochschulabsolventen auf dem niederbayerischen Arbeitsmarkt. Der Großteil davon entfällt auf den Ingenieursbereich. Die Lücke bei beruflich Qualifizierten im technischen Bereich ist im Vergleich zu den Akademikern bis 2021 zehnmal größer.

„Besonders gesucht werden aktuell Spezialisten in Maschinen- und Betriebstechnik, in Konstruktion- und Produktionssteuerung sowie Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Berechnungen zufolge muss hier jede siebte Stelle unbesetzt bleiben“, erklärt Frank. Differenzierter ist die Situation im kaufmännischen Bereich: Hier besteht momentan noch ein Überschuss von rund 4.000 Fachkräften, langfristig wird sich dieser Wert aber in einen Engpass verwandeln. Über alle Branchen hinweg besonders gesucht sind beruflich Hochqualifizierte, also Absolventen einer Berufsausbildung mit darauf aufgesattelter Weiterbildung wie Meister, Fachwirt oder Betriebswirt.

Zur Frage, ob die ankommenden Flüchtlinge etwas zur Fachkräftesicherung beitragen können, lassen sich Frank zufolge aus dem Fachkräftemonitor keine Ergebnisse ziehen: „Die Datenlage ist für verlässliche Prognosen einfach noch zu dünn. Klar ist aber: Integration braucht Zeit und Qualifizierung braucht Zeit.“ Kurzfristige Auswirkungen seien daher zumindest nicht wahrscheinlich, auch wenn bereits positive Beispiele aus den Betrieben das Potenzial der Menschen zeigten, die zu uns kommen.

Weiter verschärft wird die Fachkräftesituation bis 2021 durch den demografischen Wandel – die Fachkräfte werden nicht nur weniger, sondern auch älter. Bis 2021 wird sich das Durchschnittsalter der niederbayerischen Arbeitskräfte um ein ganzes Jahr erhöht haben, das schlägt direkt auf die Betriebe durch. „Die Unternehmen müssen auf diese Herausforderungen reagieren und in ein modernes Personalmanagement investieren“, rät  daher Christiane Ksienzyk. Sie ist bei der IHK Erstberaterin für das Förderprogramm „unternehmensWert:Mensch“. Das Programm richtet sich gezielt an kleine und mittelständische Unternehmen und hilft ihnen dabei, mit gezielter Personalplanung und Personalstrategie dem drohenden Fachkräfteengpass zu begegnen. Informationen zu „unternehmensWert:Mensch“ erhalten Betriebe bei der IHK unter der Telefonnummer 0851 501-484 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Über den IHK-Fachkräftemonitor Bayern

Der IHK-Fachkräftemonitor Bayern ist das Prognoseinstrument der bayerischen Industrie- und Handelskammern zu Fachkräfteangebot und -nachfrage bis zum Jahr 2030. In den Fachkräftemonitor fließen beispielsweise Daten der Bundesagentur für Arbeit, der Statistikämter oder IHK-Zahlen zu Ausbildung und Konjunktur ein. Aufgrund der fehlenden Datenlage werden Flüchtlinge derzeit nicht im Fachkräftemonitor erfasst. Mit den Berechnungen und Prognosen haben die IHKs das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR beauftragt.

Der Fachkräftemonitor ist kostenlos im Internet nutzbar unter: www.ihk-fachkraeftemonitor-bayern.de


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