
Für Dr. Thomas Haslinger (r.) und Christoph Rabl dauert der Wahlkampf bis zur Stichwahl am Sonntag, 22. März, noch um 14 Tage länger. - Fotos: W. Götz
Landshut – gw (09.03.2026) Die Wahlhelfer haben eine tolle Arbeit geleistet. Heute war gegen 0.30 Uhr auch der letzte Briefwahlbezirk ausgezählt und damit stand das Ergebnis der Oberbürgermeister- und Stadtratswahl fest. Während in den Wahllokalen gezählt wurde, trafen sie die Parteien mit ihren Mitgliedern und Freunden in Landshuter Lokalen, um die Entscheidung der Wähler zu beobachten und zu analysieren. Die landshuter rundschau hat eine politische Runde gedreht.

Ganz am Rande analysierten die Eishockefans (v. l.) Helmut Radlmeier, Hans Peter Summer und Lothar Reichwein die 6-1-Klattsche des EVL in Kassel und die Auswirkungen auf die Pre-Playoffs, während Gerd Steinberger (2. v. r.) das Abschneiden seiner Tochter Patricia aufmerksam verfolgte.
Der Neue Plenarsaal im Rathaus war um 19.30 Uhr gut gefüllt. Die EDV-Abteilung des Rathauses hat die permanent eingehenden Ergebnisse großflächig an die Wand projiziert. Dr. Thomas Haslinger war dort der meist gefragteste und stehts von den Anhängern der CSU umrundet. Als sein 37 Prozent-Erfolg gefestigt war, gab es für ihn spontanen Applaus. Grund zur Freue herrschte ebenfalls für die Grünen und deren Spitzenkandidat Christoph Rabl, der mit 20,2 Prozent als zweitplatzierter bei der OB-Wahl am Sonntag,22. März, mit Dr. Thomas Haslinger in der alles entscheidenden Stichwahl, um das höchste Amt im Rathaus antritt.

Händeklatschen der CSU und Jungen und Union für das 37 Prozent-Resultat ihres OB-Kandidaten Dr. Thomas Haslinger.
Als die ersten Ergebnisse für die Stadtratswahl einliefen, stand die AfD mit Listenanführer Günter Straßberger bei 18 Prozent, büßte aber im Laufe des Abends vor allem bei den Briefwahlstimmen, deutlich ein.
Günter Straßberger, OB-Kandidat der AfD, wechselte zwischen dem Neuen Plenarsaal und Buchi’s Stadl Heim hin und her. 9,5 Prozent erreichte er und lag damit deutlich außerhalb auf eine Chance zur Stichwahl. „Ich habe keinen Stress damit, dass die Reise zu Ende ist“, erklärte er. Wohl schon in weiser Voraussicht, hat er bereits mittags die Wahlkampfmaterialien aus seinem Auto geräumt. Sein Fokus lag daher auf dem Abschneiden bei der Stadtratswahl. Im Wahlbezirk „Kindertagesstätte Kastanienburg“ in der Wolfganssiedlung konnte die AfD mit satten 40,1 Prozent punkten.

Permanent aktualisierte Anja König den Status der ausgezählten Stimmen. Das Mobiltelefon war am Wahlabend bei allen Parteien das wichtigste Instrument.
Die SPD hatte sich im Firmer Bräu in der Neustadt versammelt. OB-Kandidatin Patricia Steinberger und Fraktionsvorsitzende Anja König zeigten sich enttäuscht, dass es für die SPD nicht zur Stichwahl gereicht hat. „Platz drei ist eben nicht Platz zwei“, so Patricia Steinberger und dankte ihrem engagierten Wahlkampfteam, das mit Leidenschaft für jede Stimme gekämpft hat. Schockiert zeigte sie sich gegenüber dem Abscheiden der AfD, die keine Lösungen anbietet und mit stumpfen Parolen arbeitet. So wird die Zukunft zeigen, wie es der neue Landshuter Stadtrat mit der Brandmauer hält.

Entäuscht war Patricia Steinbergers, auf Grund ihres Nichteinzugs in die OB-Stichwahl und hoch erfreut über den Zugewinn von zwei Stadtratsmandaten auf jetzt fünf.
Das Ergebnis der Stadtratswahl stellt die Genossen sehr zufrieden. Mit insgesamt fünf Mandaten sind sie künftig vertreten und wollen ihre Zusammenarbeit mit den Vertretern der Linken fortsetzen. Bei den Linken war es bis zur letzten Sekunde spannend. Drei Mandate standen schon im Raum, bis das Resultat des letzten Briefwahlbezirks eintraf. Das führte zu einem Wechsel: Nur noch zwei Sitze für die Linken, dafür fünf für die SPD.

Gabriella Lando kommt für die Linken neu in den Stadtrat und assisiert künftig Falk Bräcklein, der seine zweite Amstszeit antritt.
Gleich nebenan, im Café und Buch Symposium in der Neustadt, herrschte bei der ZUKUNFT Landshut Aufbruchstimmung. Zwar war Norbert Hoffmann mit seinem Ergebnis zur OB-Wahl nicht sonderlich zufrieden, aber als sich herauskristallisierte, dass die Wählervereinigung künftig zwei Stadträte stellt, war im Raum förmlich die Feierlaune zu spüren. „Kaum zu glauben“, resümierte Norbert Hoffmann, „vor einigen Wochen standen wir noch vor dem Rathaus II um Unterstützungsunterschriften zu sammeln und jetzt sind wir im Rathaus I vertreten.

Claudia Hahn gratulierte dem wieder gewählten Stadtrat Norbert Hoffmann, der nun nicht mehr für die FDP, nicht mehr als Parteifreier, sondern zusammen mit Christian Pöhnner die Interessen der "ZUKUNFT Landshut" vertritt.
Von Null auf 4,5 Prozent stellt für die kurze Zeit des Wahlkampfs eine echt tolle Leistung dar.“ Für Norbert Hoffmann und den zweiten ZL-Stadtrat Christian Pöhner steht fest: „Wir haben eine Reise begonnen, die mit dem heutigen Abend nicht vorbei ist.“ Mit wem die ZUKUNFT Landshut eine Ausschussgemeinschaft eingehen wird, steht noch nicht fest. Das wird sich in Gesprächen in den nächsten Wochen ergeben.

Für das Team von "ZUKUNFT Landshut" mit Dr. Armin Dantl (l.), ehemaliger Inhaber des Alpenstrand in der Neustadt, Stadtfühter Christian Beier (2. v. l.) und dem ehmaligen SPD-OB-Kandidaten Robert Gewies war "Null auf 4,5 %" wie von "Null auf 100".
Spontan war die OB-Kandidatin der Freien Wähler, Petra Strasser, in der Neustadt gleich in der Nähe des Stadthotel Herzog Ludwig anzutreffen. Über ihr Abschneiden mit 5,8 Prozent der Stimmen war sie sehr zufrieden. Bevor der Wahlkampf losging, war sie in Landshut nur wenigen bekannt und jetzt konnte sie 1.668 Stimmen auf sich verbuchen. Petra Strasser kündigte an: „Wir werden uns wiedersehen.“

Bestens gelaunt zeigte sich die OB-Kandidaten der Freien Wähler, Petra Strasser. Im wahrsten Sinne des Bildes ging für sie ein Stern auf, was ihre 5,8 Prozent bei der OB-Wahl anbelangen und die vier Stadtratsmandate für ihre Partei.
„Gut geht’s mir“, beschrieb Christoph Rabl als OB-Kandidat der Grünen seinen Gemütszustand mit Blick auf das „herausragende Ergebnis“ im Ristorante Torretta. „Ich freue mich auf die Stichwahl, denn 20,2 Prozent im ersten Wahlgang zeigen, dass Landshut eine Veränderung will und am 22. März werden die Karten neu gemischt.“ Er will weiterhin mit realistischem Blick die Ziele der grünen Politik für Landshut vertreten. Dazu zählen Landshut als guten Arbeitsort und Wirtschaftsstandort auszubauen, die Stadt an den Klimawandel anzupassen und kostengünstigen Wohnraum für alle zu schaffen, um nur drei Aspekte zu nennen.

Natürlich war auch bei den Grünen die mobile Technik stets im Einsatz und angestoßen wurde auch. Tobias-Weger Behl trat auf Platz acht an und erhielt auf der grünen Liste den zweitstärksten Zuspruch, während Elke Rümmelein mit Platz sieben sicher wieder einen Sessel im Plenarsaal einnimmt.
So will Christoph Rabl auch, dass Landshut mehr bekommt, als weniger. Stadttheater, Jugendherberge oder Bio-Stadt, das sind einige Punkte, bei denen aus weniger wieder mehr werden muss. Bemerkenswert war auf der Liste der Grünen die Stimmausbeute für Sigi Hagl. Sie kandidierte auf Platz 44, da sie aus beruflichen Gründen weniger Zeit für die Stadtratsarbeit hat, als notwendig. Sie legte einen beachtlichen Sprung von ganz hinten auf Platz 14 hin.

OB-Kandidaten unter sich: Olaf Minet (l.) ließ es sich nicht nehmen, bei einen kurzen Klöhn Christoph Rabls Stimmenernte anzuerkennen.
Spontanen Besuch bekamen die Grünen zum parteilosen OB-Kandidaten Olaf Minet (3,3 Prozent) und lud Christoph Rabl spontan auf einen „Hochprozentigen“ ein. „Da gibt es für mich keine Brandmauer“, und gratulierte dem Grünen zu seinem Erfolg. Selbst freute er sich über seine Zustimmung der Wählerinnen und Wähler. Ihm war auch im Wahlkampf immer ein faires Miteinander zu seinen Mitbewerbern wichtig.

Natürlich sind auch Ludwig Zellner (l.) und Dr. Thomas Haslinger zu 100 Prozent technikafin und permanent mit Resultaten und Gratulanten verbunden.
Die CSU und Junge Union waren im Singeraus in der Altstadt versammelt. Johannes Alfery, freute sich für die Junge Union, dass die Wählerinnen und Wähler jungen Leuten das Vertrauen schenken und natürlich über sein persönliches Ergebnis, das ihm mit 4.273 Stimmen den Einzug in den Stadtrat öffnet. Gleichzeitig gratulierte er Dr. Thomas Haslinger zu seinem 37 Prozent-Erfolg, der zeigt, dass die CSU und die Junge Union Hand in Hand zusammenarbeiten.

Die Junge Union macht es vor: Es geht auch ohne Taschentelefon. Bei ihr sieht es eher nach einem Wahlergebnis-Bingo-Abend aus.
Der strahlende Sieger im Singerhaus war natürlich Dr. Thomas Haslinger, der sich sehr glücklich und erleichtert zeigt, bei zehn Kandidaten ein solchen Stimmengewinn zu verzeichnen, was das beste Ergebnis seit Hans Rampf bedeutet. Nun zählt es natürlich 14 Tage lang nochmals für jede Stimme zu werben und zu kämpfen. „Auf die Gesundheit, auf Hasi und die CSU stießen die CSU-Urgesteine Helmut Radlmeier, Willi Hess und Ludwig Zellner an. Zellner, der sich als Dienstältester Stadtrat seine Wiederwahl sicherte, freute sich vor allem über das Abschneiden seines Sohns Lukas, der auf der Liste der Jungen Union von Platz 21 auf 14 nach vorne gewählt werde.

