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Grüne Jugend fordert sofortiges Landesaufnahmeprogramm für bedrohte Menschen aus Afghanistan

PM Afghanistan FotoBundestagskadidatin Marlene Schönberger und der Landesvorsitzende der Grünen Jugend, Maximilian Retzer. Beide wohnen im Landkreis Landshut 

Bayern - pm (26.08.2021) In Afghanistan haben die Taliban vor etwas mehr als einer Woche die Hauptstadt Kabul eingenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten der Ortskräfte noch nicht evakuiert. Im Juni hatte die Bundesregierung einen Antrag der Grünen im Bundestag zur sofortigen Evakuierung der Ortskräfte abgelehnt.

Dazu Marlene Schönberger, Spitzenkandidatin der GRÜNEN JUGEND Bayern zur Bundestagswahl und Direktkandidatin im Wahlkreis Rottal-Inn: „In Afghanistan droht derzeit mehreren Tausend Menschen der Tod, weil sie für die Bundeswehr, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit oder für Nicht-Regierungsorganisationen gearbeitet, sich für Frauen- und Menschenrechte eingesetzt haben oder einfach nicht in das fundamentalistisch-religiöse Weltbild der Taliban passen.

Die auf der Scharia beruhende Herrschaft der Taliban wird das Land um Jahrhunderte zurückwerfen. Die Taliban sind vor allem für Frauen, Homosexuelle, „Ungläubige“, Journalist:innen und ehemalige Ortskräfte eine Gefahr.“ Menschen, die vor Ort von Tod, Folter und Verfolgung bedroht seien, müssten schnell evakuiert werden, betont Schönberger. Die bürokratischen Verfahren könnten immer noch erledigt werden, wenn die Menschen sicher und unversehrt in der Bundesrepublik eingetroffen seien.

„Wir fordern die bayerische Staatsregierung dazu auf, sich auf allen Ebenen für die sichere und möglichst schnelle Evakuierung bedrohter Menschen aus Afghanistan einzusetzen,“ ergänzt Schönberger. Man sei sich der brandgefährlichen Situation für die Soldat:innen und Zivilist:innen bewusst; hier seien jetzt neue Wege der Evakuierung gefragt, denn die Menschen im Stich zu lassen, dürfe keine Option sein, so Schönberger weiter.

Maximilian Retzer, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Bayern, stellt klar: „Einige Bundesländer starten bereits Landesaufnahmeprogramme für bedrohte Menschen aus Afghanistan. Wir fordern die bayerische Staatsregierung dazu auf, diesem Beispiel umgehend zu folgen. Mehrere Kommunen, darunter beispielsweise München, Erlangen und Nürnberg, haben sich bereits dazu bereit erklärt, Geflüchtete aus Afghanistan aufzunehmen.“ Man müsse diese Kommunen jetzt direkt und vollumfänglich dabei unterstützen, ein sicherer Hafen für bedrohte Menschen aus Afghanistan sein zu können, so Retzer. „CSU und Freie Wähler sollten jetzt Herz zeigen, denn in Afghanistan geht es gerade tatsächlich ums nackte Überleben,“ sagt Retzer.

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