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Marco Altinger nicht mehr Präsident BDS Bayern. Heillose Meinungsveschiedenheiten im Präsidium. Neue Geschäftsführerin hat auch bereits gekündigt

Hier das heutige Kündigungsschreiben von Marco Altinger an das BDS-Präsidium

altinger wirft hinLandshut. Am Wochenende war Altinger noch beim Landesparteitag in Ergolding, wo der BDS Bayern einen Infostand hatte. Er blieb nur kurz, weil er daheim mit dem Umzug beschäftigt war. Nachstehend also das Kündigungsschreiben von Marco Altinger nach nur 576 Tagen als BDS-Präsident:

(21.11.2016) Seit 1 Jahr und 7 Monate oder 576 Tage ist Marco Altinger Präsident des größten branchenübergreifenden Mittelstandsverband „Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V.“. Das am 25.04.2015 in Landshut gewählte Präsidium trat an, um etwas zu bewegen. Die negative Entwicklung der Mitgliedszahlen sollte gestoppt werden. Der Verbandsauftritt sollte dynamischer und aktiver gestaltet werden. Neue Medien sollten genutzt werden, um effektiver Netzwerken zu können und auch jüngere Unternehmer für den Verband zu begeistern. Am Wichtigsten war aber durchweg das Ziel, den Verband wieder auf eine gesunde finanzielle Grundlage zu stellen.

Marco Altinger ist gemeinsam mit dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer Tobias Eder die Bewältigung der immensen Altlasten des Verbandes angegangen. Die schwierige finanzielle Situation gegen Ende 2015 wurde durch konsequente Einsparungen gemeistert. Gleichzeitig wurden strukturelle Prozesse für mehr Moderne und Zukunft im Verband angestoßen. So wuchsen die Gruppen der sozialen Netzwerke im Verband stetig und viel Begeisterung konnte in alle Teile Bayerns transportiert werden. Regelmäßig traf sich das Präsidium, Hauptgeschäftsführer und Bezirksgeschäftsführung um aktuelle Themen zu besprechen und Entscheidungen gemeinsam für die Zukunft zu treffen. Zahlreiche Treffen mit unterschiedlichsten Vertretern der Politik brachten die Belange des BDS in die Öffentlichkeit.

Trotz guter Fakten, Ergebnisse und Zahlen aus dem Jahr 2015 verlief die diesjährige Landesverbandstagung auf Gut Ising nicht harmonisch. Eine dringend notwendige Satzungsänderung, die mehr Möglichkeiten für die Modernisierung des Verbandes gebracht hätte, wurde – obwohl sie in mehreren Terminen über ein halbes Jahr hinweg im Landesausschuss in allen Details diskutiert worden war - ohne jede inhaltliche Auseinandersetzung in der Landesverbandstagung abgelehnt. Die Präsentation des Haushaltes 2016 verlief unglücklich, die noch nicht fertige Umstellung der Webseite und der IT wurde stark kritisiert.

Nach dieser Landesverbandstagung entstanden im Präsidium Zweifel, ob der eingeschlagene Weg der Richtige ist. Bereits getroffene Entscheidungen wurden nochmals hinterfragt und bereits eingeschlagene Wege wieder geändert – positive Effekte verpufften wirkungslos. Trotz vieler Warnungen verlor sich das Präsidium nun in Details. In grundsätzlichen Fragen wurden demgegenüber wichtige Entscheidungen nicht getroffen. Die einstige Einigkeit und gemeinsame Entscheidungskraft schwand zusehends, berechtigte, aber auch unberechtigte Kritik aus unterschiedlichen Reihen machte eine sachgerechte Mehrheitsfindung in den Gremien oftmals unmöglich. Dem Präsidium gelang es aus meiner Sicht zunehmend weniger, diese auch unsachliche Kritik auszublenden. Teils berechtigte Kritik konnte nicht mehr einvernehmlich gelöst und produktiv beantwortet werden. Spätestens als die Mehrheit im Präsidium im Juli 2016 den sofortigen Abschied des Hauptgeschäftsführer Tobias Eder beschloss, ohne eine Alternative präsentieren zu können, war die Weiterentwicklung im Verband zum Stillstand gekommen.

Ein externer Buchhalter bestätigte genau die Zahlen die uns bereits durch Tobias Eder schon zu Jahresbeginn vorgelegt wurden.

„Ich habe in den vergangenen Monaten und Wochen versucht, die ehemaligen Lösungsansätze noch einmal neu einzubringen und habe auch weitere neue Lösungsmöglichkeiten vorgestellt. Eine gewisse Angst aber hemmt das Präsidium in seiner Entscheidungsfreiheit. Eine neue Hauptgeschäftsführerin Claudia Heim hat bereits nach zwei Wochen wieder ihren Rücktritt erklärt und so war der Verband erneut operativ führungslos. Vor kurzem hat sich dann Vizepräsidentin Ulla Widmann-Borst auf unbestimmte Zeit von der Präsidiumsarbeit abgemeldet, weitere Präsidiumsmitglieder denken offen über ihre Zukunft nach.

Jetzt, da intern auch im Präsidium Zweifel an meiner Arbeit laut geäußert wurden, stelle ich fest, dass ein Weiterentwickeln und Sanieren dieses Verbandes in der jetzigen Konstellation nicht mehr möglich ist.

Es liegt mir sehr viel an diesem Verband. Seine Stellung in der Politik und Unternehmerlandschaft ist enorm wichtig. Zudem gilt es eine über 150 jährige Tradition zu erhalten und zu bewahren. Eine breite Zustimmung in der Basis dieses Verbandes für meine Arbeit und das Erreichte tut zwar persönlich sehr gut, reicht aber letztlich nicht aus. Wenn man nicht mehr in der Lage ist die (Mit-) Entscheidungsträger zu erreichen und geschlossen und mutig weiter einen harten Weg zu gehen, ist eine unüberwindliche Hürde erreicht. Ich bin der Meinung dass persönliche Befindlichkeiten Sachentscheidungen niemals beeinflussen sollten - leider spielten diese in der gegenwärtigen Situation eine entscheidende negative Rolle. Eine nachhaltige und wertorientierte Führung ist in dieser Lage nicht möglich.

Ich trete deshalb heute am 21.11.2016 und mit diesem Schreiben mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Präsident des Bundes der Selbständigen – Bayern e.V. zurück. Ich gebe dem Verband und den Führungsgremien damit die Möglichkeit, mit einem neuen Präsidenten die Modernisierung des Verbandes mit einem dann hoffentlich wieder geeinten Präsidium stark und zügig voranzutreiben.

Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern die in den vergangenen 576 Tagen hinter mir gestanden haben und bitte Euch gleichzeitig darum, dem oder den neuen Entscheidungsträgern die Chance zu geben sich zu beweisen.

Ich wünsche dem Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V. und seinen Mitgliedern viel Glück und Erfolg!“ Marco Altinger

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