
In Berggrub nahe der Justizvollzugsanstalt erhielten die angehenden Baumwarte Praxisunterricht an etwa 15-jährigen Apfelbäumen, die in den Vorjahren falsch behandelt wurden.
Deutenkofen - pm (09.03.2026) Baumwarte sind Spezialisten rund um den Baum – von Planung und Pflanzung über Bodenkunde, Pflege und Schnitt bis hin zu Sortenkunde und Verarbeitung. Vor elf Jahren wurde die Ausbildung am Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau Deutenkofen wiederbelebt, nachdem sie fast in Vergessenheit geraten war. Seitdem haben mehr als 200 Absolventen dort ihre Ausbildung zum Baumwart abgeschlossen.
Mit diesem Zertifikat können sie beispielsweise im Rahmen des Streuobstpaktes geförderte Schnittmaßnahmen durchführen.
Ende Februar ist der neue Jahrgang gestartet: 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Nieder- und Oberbayern sowie der Oberpfalz werden bis Ende Oktober in 14 Modulen zu geprüften Baumwarten ausgebildet.
Den Auftakt machte Betriebsleiter Hans Göding mit einer Einführung – danach ging es gleich in die Praxis. In den Obstanlagen des Lehrbetriebs erlernten die Teilnehmenden den Schnitt und die Erziehung von Beerenobstgehölzen. Am nächsten Tag fuhr die Gruppe nach Berggrub, wo nahe der Justizvollzugsanstalt auf jeden ein bis zwei Apfelbäume als Übungsobjekte bereitstanden. Göding erläuterte die sogenannte Baumansprache, also die Analyse des Zustands eines Baums und die Ableitung geeigneter Maßnahmen. Anschließend griffen die angehenden Baumwarte selbst zur Schere und brachten die in den Vorjahren falsch behandelten Bäume wieder in Form.
Besonders freut sich Hans Göding über den hohen Anteil an Gärtnern im diesjährigen Kurs: „Wer bereits einen grünen Beruf gelernt hat, kann das neue Wissen direkt in der Praxis anwenden und vertiefen. Das macht die Zusatzqualifikation besonders wirkungsvoll.“

