
Im historischen Kaisersaal der Schlossklinik nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, sich über Unterstützungsangebote für ein altersgerechtes Leben und Wohnen in den eigenen vier Wänden zu informieren und mit den Experten ins Gespräch zu kommen. - Fotos: Carmen Blendl
Rottenburg - pm (13.03.2026) Wie kann es gelingen, auch im Alter oder bei gesundheitlichen Einschränkungen möglichst lange selbstständig zuhause zu leben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Informationsveranstaltung „Daheim gut versorgt“, welche im Rahmen der bayernweiten Aktionswochen des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales von der LA-Regio Schlossklinik Rottenburg organisiert wurde.
Mit dabei waren auch das Medizinische Versorgungszentrum MVZ LAKUMED, dee Pflegestützpunkt Region Landshut, die Wohnraumberatung des Landkreises Landshut und der Koordinierungsstelle Demenz für den Landkreis Landshut. Zahlreiche Interessierte und Betroffene informierten sich dabei über Unterstützungsangebote, Prävention und Anlaufstellen in der Region, die das altersgerechte Leben und Wohnen in den heimischen vier Wänden gezielt fördern.
Auch Alfred Holzner, Landrat des Landkreises Landshut, und Lauri Seidl, Bürgermeister der Stadt Rottenburg, wissen um die große gesellschaftliche Bedeutung des Themas und lobten die gute Zusammenarbeit aller beteiligter Stellen, nicht nur zur Organisation der Veranstaltung, sondern auch darüber hinaus. „Es ist uns ein Anliegen, die Bevölkerung über vorhandene Angebote und Anlaufstellen zu informieren und aufzuzeigen, dass niemand mit der Situation alleine gelassen wird“, bestätigte Christian Maier, Geschäftsführer des MVZ LAKUMED. Entscheidend sei jedoch auch, nicht erst bei bereits bestehender Pflegebedürftigkeit zu handeln. „Es sollten schon frühzeitig Möglichkeiten dafür geschaffen werden, körperlich und geistig fit zu bleiben“, betonte Dipl. Sozialpädagogin und Pflegeberaterin Irmgard Holler vom Pflegestützpunkt der Region Landshut, die die Veranstaltung mit initiierte.
Im Rahmen verschiedener Fachvorträge erhielten die Besucher zahlreiche praktische Informationen für den Alltag. So zeigte Nadine Abramowski von der Wohnraumberatung des Landkreises Landshut anhand konkreter Beispiele, wie sich das Zuhause auch bei Demenz sicherer und alltagstauglicher gestalten lässt. Dazu zählen unter anderem gute Beleuchtung, Videotürklingeln, automatische Herdabschaltungen, Sensormatten oder Orientierungshilfen wie Piktogramme an Türen.

v. l.: Nadja Limmer und Christine Segler-Liu, Doctor-medic Gabrila Fornade, Bürgermeister Lauri Seidl, Nadine Abramowski, Landrat Alfred Holzner, Lena Ruhland, Christian Maier und Irmgard Holler.
Oberärztin Doctor-medic Gabriela Fornade informierte die Anwesenden über die Mobile Geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) und erläuterte, für welche Patienten dieses Angebot der Schlossklinik Rottenburg geeignet ist. Dabei wurde deutlich, wie wichtig auch die aktive Einbindung von Angehörigen ist, beispielsweise durch gemeinsame Übungen außerhalb der Therapieeinheiten.
Welche Herausforderungen die Ernährung im Alter mit sich bringt, erklärte Sylvia Lenart, Diätassistentin an der Schlossklinik Rottenburg. Themen wie Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel sowie Kau- und Schluckbeschwerden standen dabei im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden außerdem Möglichkeiten einer nährstoffreichen Ernährung sowie hilfreiche Ergänzungen wie spezielle Shakes oder vitaminreiche Lebensmittel.
Nadja Limmer präsentierte die Arbeit der Koordinierungsstelle Demenz für den Landkreis Landshut (KoDeLa), die Betroffene und Angehörige bei der Suche nach passenden Hilfsangeboten unterstützt und Kontakte vermittelt. Besonderes Interesse weckte zudem der vorgestellte Demenzsimulator, der einen eindrucksvollen Einblick in die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz ermöglichte.
Schließlich informierte Irmgard Holler darüber, wann eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und welche Voraussetzungen für einen Pflegegrad erfüllt sein müssen. Neben der Beratung rund um das Thema Pflege und der Koordination komplexer Versorgungssituationen sei auch die Unterstützung bei der Vorbereitung von Betroffenen und Angehörigen auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst Bestandteil der Aufgaben des Pflegstützpunktes. Dabei gehe es unter anderem darum, eine gute Einschätzung der eigenen Selbständigkeit zu bekommen und Einschränkungen gut benennen zu können."
Die Veranstalter zogen ein durchweg positives Fazit. Die große Resonanz habe gezeigt, wie hoch der Informationsbedarf rund um Pflege, Prävention und Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag ist – und wie wichtig es ist, Menschen frühzeitig Orientierung und Hilfe anzubieten.

