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Röntgendiagnostik: Radiologie trifft auf Künstliche Intelligenz

Radiologie KI 1

Priv.-Doz. Dr. Hans-Peter Dinkel, Chefarzt der Radiologie, zeigt auf eine Fraktur an der Schulter, die die KI-Software auf einer Röntgenaufnahme erkannt hat. - Fotos: Kerstin Petri

Landshut - pm (26.02.2026) Die LA-Regio Kliniken nutzen im Zuge ihrer Digitalisierungsstrategie in der Radiologie am Standort Landshut-Mitte die KI-gestützte Assistenzlösung Rayvolve® AI Suite des Medizinsoftware-Unternehmens AZmed für die Röntgendiagnostik. Das System analysiert die Aufnahmen automatisch und unterstützt die Ärzte bei der Befundung.

ede neu angefertigte Röntgenaufnahme wird innerhalb weniger Sekunden automatisch analysiert. Die KI markiert mögliche Auffälligkeiten direkt im Bild – etwa Frakturen des Bewegungsapparates oder krankhafte Veränderungen im Brustkorb wie Tumoren, Lungenentzündungen oder einen sogenannten Pneumothorax. Während der Befundung erhalten die Radiologen so in Echtzeit zusätzliche visuelle Hinweise.

Für Priv.-Doz. Dr. Hans-Peter Dinkel, Chefarzt der Radiologie, ist die Einführung der Technologie Ausdruck eines klaren Anspruchs: medizinische Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Medizin und Technologie waren in der Radiologie schon immer eng miteinander verbunden“, sagt Dinkel. „Wenn neue Systeme uns im Befundungsprozess zusätzliche Unterstützung bieten, nutzen wir diese Möglichkeiten verantwortungsvoll.“

Radiologie KI 2

Auf dieser Röntgenaufnahme eines Brustkorbs besteht laut KI-Anwendung ein hoher Verdacht auf einen Pneumothorax (Lungenkollaps).

Gerade in der Notaufnahme, wo Befunde unter Zeitdruck gestellt werden müssen, kann diese Unterstützung einen entscheidenden Unterschied machen. Übersehene Knochenbrüche zählen zu den häufigsten diagnostischen Herausforderungen in der Akutversorgung. Die KI ist rund um die Uhr verfügbar und kann bereits bei der Ersteinschätzung zusätzliche Orientierung bieten – noch bevor die abschließende radiologische Beurteilung erfolgt. Für Patienten bedeutet das im Idealfall: weniger Verzögerungen in der Behandlung und ein geringeres Risiko für Komplikationen.

Die Einführung der KI-Technologie erfolgte nach sorgfältiger Prüfung unter realen klinischen Bedingungen. „Mir war wichtig, dass wir nicht nur eine innovative, sondern auch eine praxistaugliche Lösung einsetzen“, betont Dinkel. Nach erfolgreicher Testphase wurde die Anwendung in den Routinebetrieb übernommen. Derzeit wird geprüft, ob das Programm zukünftig auch in den radiologischen Abteilungen anderer Standorte der LA-Regio Kliniken eingesetzt werden kann.

Hintergrund der Einführung sind auch strukturelle Herausforderungen im Gesundheitswesen: Der Bedarf an bildgebender Diagnostik steigt kontinuierlich – unter anderem durch eine alternde Bevölkerung und ausgeweitete Vorsorgeuntersuchungen –, während qualifizierte Fachkräfte begrenzt verfügbar sind. Bundesweit fehlen schätzungsweise rund 15.000 Ärzte. Mit jährlich über 56.000 stationären, ambulanten und Notfallpatienten trägt die Klinik Landshut-Mitte zusammen mit den weiteren Standorten der LA-Regio Kliniken eine große Verantwortung für die regionale Versorgung. Digitale Assistenzsysteme können dazu beitragen, die hohe Qualität der Diagnostik langfristig zu sichern.

Gleichzeitig bleibt dabei klar: Die KI ersetzt keine ärztliche Expertise. Die endgültige Diagnose und medizinische Entscheidung liegen weiterhin in der Verantwortung der Ärzte. „Technologie ist für uns kein Selbstzweck“, fasst Dinkel zusammen. „Sie soll uns dabei unterstützen, mit noch größerer Sorgfalt und Verlässlichkeit für unsere Patientinnen und Patienten da zu sein.“

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