Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch
Landshut (09.05.2017) Der Landshuter Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing lädt am Montag, 15. Mai, um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus der Erlöserkirche in Landshut, Konrad-Adenauer-Str. 14, zum Vortrag von Professorin Dr. Daniela Neri-Ultsch, Regensburg ein. Ihr Thema: Königin Luise von Preußen (1776-1810) - Die Frau hinter dem Mythos. Faktoren der Luisenverehrung.
Eine "Königin der Herzen" nennt sie August Wilhelm Schlegel. Der ritterliche Theodor Fontane fühlt mit ihr und nimmt sie in Schutz "Mehr als von der Verleumdung ihrer Feinde hat sie von der Phrasenhaftigkeit ihrer Verherrlicher (sic!) zu leiden gehabt". Die Lady Di des 19. Jahrhunderts – doch sehen Sie selbst. Und halt!
Die Referentin schreibt dazu als Vorblick auf Ihren Vortrag:
Königin Luise von Preußen (1776-1810) war schon zu Lebzeiten eine Legende. Die mecklenburgische Prinzessin, die in Darmstadt aufwuchs, heiratete 1793 den preußischen Kronprinzen, den späteren König Friedrich Wilhelm III. Bei den Zeitgenossen fand ihre Schönheit und ihre Herzenswärme viel Beachtung, aber vor allem ihr Mut in einer der schwersten Stunden des Königreich Preußens Napoleon I. zu begegnen und ihm die Stirn zu bieten, trug zu ihrer Anerkennung und Bewunderung bei. Auch die Gerüchte um ihre Beziehung zu Zar Alexander I. von Russland regten nicht nur die zeitgenössischen Gemüter, sondern auch die Nachwelt zu zahlreichen Publikationen an. Auch ist sie die Mutter des ersten Deutschen Kaisers nach der Reichsgründung von 1871, Kaiser Wilhelm I.
Der Vortrag versucht anhand des realen historischen Wirkens der viel geliebten Königin, den Schleier um ihren Mythos zu lüften, um so den unverstellten Blick auf die Persönlichkeit der Königin frei zu legen, die sich in einer historisch äußerst unruhigen Zeit und männerdominierten Umgebung zu behaupten wusste.
Viele haben die Referentin von mehreren klugen Vorträgen zu deutscher Geschichte beim Lanshuter Freundeskreis sicher noch in Erinnerung.
Hier die Vita der Professorin nochmals in Kurzfassung:
Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch lehrt an der Universität Regensburg Neuere und Neueste Geschichte. Nach dem Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität, erfolgte bei Professor Dr. Eberhard Weis die Promotion mit einer Arbeit zum frühen 19. Jahrhundert über die napoleonische Zeit. Danach war sie von 1991 bis 1995 als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Historischen Instituts in Rom mit einer Edition zur Geschichte der Gegenreformation betraut. Nach einem Forschungsaufenthalt in Paris wechselte sie an das Institut für Zeitgeschichte München/Berlin und widmete sich in ihrer Habilitationsschrift einem Demokratievergleich zu Deutschland und Frankreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ab Oktober 2000 nahm sie die Lehrtätigkeit an der Universität Re- gensburg auf, dort erfolgte 2003 die Habilitation. Nach Lehrtätigkeiten an der Universität Passau und einer Vertretungsprofessur an der Universität Siegen zur Europäischen Zeitgeschichte wurde sie im Januar 2011 zur außerplanmäßigen Professorin an der Universität Regensburg ernannt.

