Essenbach (21.11.2016) Wer am Samstagnachmittag an der Eskara vorbeigefahren ist und nicht zufällig einen Blick auf den Veranstaltungskalender der Eventarena geworfen hatte, der hätte meinen können, Justin Bieber gibt ein Konzert. Bereits mehr als zwei Stunden vor Einlass standen die ersten Fans von „Da Huawa, da Meier und I“ vor dem Eingang und bildeten lange Schlangen, denn der Veranstalter hatte sich für eine freie Sitzplatzwahl entschieden. Der Maier Christian aus Unterunsbach (Markt Essenbach), der ironischerweise aber auf der Bühne nicht der „Meier“, sondern der „Huawa“ ist.
Er hatte mit seinen zwei Oberpfälzer Mitstreitern zum Heimspiel in die Eskara eingeladen. Die Fans kamen in Scharen und wurden nicht enttäuscht.

Die drei sympathischen Bayern boten ein kurzweiliges Programm, das sich nicht so leicht in irgendeine Schublade stecken lässt. Sie singen (und sprechen) in Mundart, auch wenn sie sich untereinander mit den Unterschieden der eigenen Dialekte aufziehen. Ihre Musik ist modern von Reggae bis zum Rocksong mit zuweilen anklingenden traditionellen Gstanzln. Sie sind Comedians, die ständig in unterschiedliche Rollen schlüpfen, was sie mit Accessoires und Kostümen unterstreichen. Gerade „der Meier“, der in diesem Fall wirklich der Matthias Meier ist, hat so viel clowneske Züge und Attitüden, dass er eine prallgefüllte Eskara auch gut alleine bespassen könnte. Er ist sich für nichts zu schade, macht sich über seine Körperfülle und den dazugehörigen Bauch lustig und trägt Kostüme, die alleine schon für brüllende Lacher sorgen.
Und „Da Huawa, da Meier und I“ zeigen Elemente des politischen Cabarets, wenn Sie Spitzen in Richtung Trump-USA verteilen, die „Merkel-Raute“ verballhornen und sich kritisch zur Asyldiskussion äußern. Man merkt ihnen an, dass sie nicht einfach ausschließlich nur Wohlfühl-Bierzeltmusik machen wollen, sondern sich durchaus auch sozialkritisch äußern wollen. Sie sind „Erwachsen“ geworden und bauen auf eine 16 Jahre lange Erfahrung, in denen sie als Gruppe unterwegs sind. Und so halten sie der Gesellschaft auch gerne den Spiegel vors Gesicht, wenn sie über den Trend reden und singen, dass alle Menschen ständig irgendetwas „müssen“. So mancher sagt sogar: „Ich muss morgen in Urlaub fahren“, statt „Ich darf morgen in Urlaub fahren.“ Die vielen treuen Fans, die an diesem Abend in die Eskara gekommen sind, schätzen die Bodenständigkeit und das unverblümte Heimatgefühl von „Da Huawa, da Meier und I“. Und nach einem über dreistündigen Konzert folgte das von den Fans erwartete und kräftig mitgesungene „Niederbayernlied“ aus einer der ersten CDs. Ansonsten arbeitete das Trio sich konsequent durch die neue CD „Zeit is a Matz“ und wusste gekonnt die neuen Songs entlang des roten Fadens „Zeit“ aufzureihen.

