Landkreis Landshut - pm (14.09.2026) Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat den neuen Grundstücksmarktbericht vorgelegt. Nach dem deutlichen Einbruch des Immobilienmarktes im Jahr 2022 zeigen die aktuellen Daten für das Jahr 2025 eine klare Kehrtwende: Der Grundstücks- und Immobilienmarkt im Landkreis Landshut erholt sich flächendeckend und gewinnt wieder deutlich an Dynamik. Die Trendwende spiegelt sich in den Zahlen wider: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der abgeschlossenen Kaufverträge im Landkreis um 15 Prozent auf insgesamt 1 429 Fälle gestiegen.
Deutliches Plus bei Verträgen und Umsatz
Noch deutlicher fällt das Plus beim Geldumsatz aus: Mit einem Gesamtumsatzvolumen von 516 Millionen Euro nähert sich der Markt wieder dem Niveau an, das vor dem Beginn des Ukrainekrieges verzeichnet wurde. Diese positive Entwicklung erstreckt sich über alle drei großen Teilmärkte – die bebauten und unbebauten Grundstücke sowie das Wohnungseigentum. In sämtlichen Bereichen ziehen sowohl die Fallzahlen als auch die Geldumsätze wieder an.
Wohnungseigentum stabilisiert sich – Neubau legt zu
Besonders deutlich zeigt sich die Stabilisierung im Teilmarkt des Wohnungs- und Teileigentums. Hier kletterten vor allem die Verkaufszahlen bei Neubauwohnungen wieder nach oben: Wurden im Jahr 2023 landkreisweit nur etwas über 20 neu gebaute Wohnungen veräußert, waren es im Jahr 2025 bereits wieder knapp 70 Einheiten. Grund hierfür könnten neben der Nachfrage nach modernem, energieeffizientem Wohnraum auch steuerliche Vergünstigungen sein. Die Kaufpreise in diesem Segment zeigen sich seit 2023 bemerkenswert konstant. Für eine Neubauwohnung wurden im Schnitt über 4 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt, während der Wiederverkaufswert von älteren Bestandswohnungen stabil bei rund 3 400 Euro pro Quadratmeter lag.
Mehr Dynamik bei gebrauchten Eigenheimen
Im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser (EFH/ZFH) zeigt sich eine gesteigerte Aktivität: Vor allem das Angebot und die Anzahl der abgeschlossenen Verträge steigen stetig an. Im Jahr 2025 wechselten im Landkreis über 250 Bestandsein- und Zweifamilienhäuser den Besitzer. Der durchschnittliche Wohnflächenpreis für die Bestandsobjekte mit Baujahr vor 1985 ist hingegen weiterhin rückläufig. Käufer zahlten für derartige Objekte im Durchschnitt einen Quadratmeterpreis von ca. 2.700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Wohnbauland: Stagnation auf hohem Niveau
Auf dem Markt für individuelles Wohnbauland herrscht im Landkreis Landshut eine nahezu flächendeckende Stagnation der Preise auf einem insgesamt hochpreisigen Niveau. Ein Quadratmeter Wohnbauland kostet im landkreisweiten Durchschnitt weiterhin rund 300 Euro, was meist zu einem Gesamtkaufpreis von 100 000 bis 250 000 Euro pro Baugrundstück führt. Inflation, hohe Zinsen und kontinuierlich steigende Baukosten belasten die Finanzierbarkeit von Neubauten nach wie vor schwer.
Umfassende Informationen kostenfrei abrufbar
Der Grundstücksmarktbericht soll allen Interessierten Informationen aus erster Hand über den lokalen Markt liefern. Er enthält detaillierte Auswertungen zu allen im Landkreis getätigten Veräußerungen der letzten Jahre – von Bauland über Wohnhäuser bis hin zu Wohnungseigentum und land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Für ausgewählte Teilmärkte werden zudem Indexreihen bereitgestellt.
Basis der Analysen ist die amtliche Kaufpreissammlung, in die die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses sämtliche notariell beurkundeten Verträge einpflegt. Der Bericht bildet somit die echten Transaktionen abseits von reinen Angebotspreisen ab. Der vollständige Grundstücksmarktbericht steht ab sofort für alle Bürger kostenfrei auf der Website des Landkreises Landshut zum Download zur Verfügung:
https://www.landkreis-landshut.de/themen/wirtschaft-und-kreisentwicklung/grundstuecksmarktbericht/

