
Die Schülerinnen der Keramikschule Landshut mit ihrem Lehrer Martin Köver und Gebietsbetreuer Fabian Hertrich (l.). - Foto: Vera Knüpfer
Landshut - pm (09.02.2026) Das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut“ zeigt sich auch im Winter von einer ganz eigenen, stillen Schönheit: In dieser besonderen Atmosphäre machten sich 14 Schülerinnen der ersten Meisterklasse der Staatlichen Meisterschule für Keramik und Design Landshut mit ihrem Lehrer für Gestaltung Martin Köver und der Schulsozialarbeiterin Stefanie Damböck auf den Weg zu einer Exkursion. Begleitet wurden sie von dem Gebietsbetreuer Fabian Hertrich.
Die Exkursion diente den Schülerinnen als Informations- und Inspirationsquelle für ihren klasseninternen Wettbewerb zum Thema „Rote Liste“, der von der Danner-Stiftung München gefördert wird. Das Thema hatte sich die Klasse bewusst gewählt und knüpft zugleich an das Jahresthema der Keramikschule „Natur- und Umweltschutz“ an. Aus diesem Grund stand bei der Exkursion der Schutz seltener Arten und ihrer Lebensräume im Mittelpunkt. Die Rote Liste erfasst Tier- und Pflanzenarten, die selten geworden, gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind. Der ehemalige Standortübungsplatz beherbergt zahlreiche dieser Arten.
„Gerade im Winter wird oft unterschätzt, wie lebendig so ein Naturschutzgebiet ist“, erklärt der Gebietsbetreuer Hertrich. „Auch wenn viele Arten gerade nicht zu sehen sind, ist der Lebensraum da.“ Hertrich berichtete über seltene Arten, die im Gebiet vorkommen, darunter die Gelbbauchunke, der Kammmolch, die Heidelerche, der Wendehals sowie heimische Orchideenarten. Viele dieser Arten stehen auf der Roten Liste und sind auf ganz bestimmte Lebensräume angewiesen. Im Winter befinden sich viele von ihnen in ihren Winterrevieren oder Rückzugsorten: Zugvögel überwintern in Südeuropa, während Amphibien geschützt unter Wurzelstöcken, Asthaufen oder im Boden ruhen.
Bereits im Januar sind Spechte zu hören und Wintervögel wie die Schwanzmeise lassen sich im Gebiet beobachten. Am Boden findet man Spuren von Füchsen, Rehen und Hasen. Hertrich stellte auch die praktische Naturschutzarbeit vor: von der Besucherlenkung, über den Schutz bodenbrütender Vogelarten, bis hin zu technischen Maßnahmen: „Naturschutz bedeutet nicht nur Schützen, sondern auch Gestalten.“ So gehören auch der Einsatz von Baggern und Rückewagen zur Landschaftspflege, etwa bei der Anlage und Pflege von Kleingewässern für Amphibien. „Diese gezielten Eingriffe sind notwendig, um die Lebensräume gefährdeter Arten dauerhaft zu erhalten.“
Natur als Inspiration für Kunst und Gesellschaft
Ziel der Exkursion war es, den Schülerinnen einen direkten Zugang zur Natur zu ermöglichen. Organisiert wurde der Ausflug von Lehrer Martin Köver in Zusammenarbeit mit dem Gebietsbetreuer Fabian Hertrich. Die Verbindung von Naturschutz und kreativer Ausbildung war dabei bewusst gewählt. „Natur ist eine der ältesten Inspirationsquellen der Menschheit“, erklärt Hertrich. „Ob in der Malerei, in der Bildhauerei oder im Handwerk – Formen, Farben und Strukturen der Natur finden sich überall wieder.“ Ein Blick in die Kunstgeschichte bestätigt das: Künstler wie Claude Monet, Vincent van Gogh oder Caspar David Friedrich ließen sich intensiv von der Natur inspirieren.
Am Ende der Exkursion stand nicht nur fachliches Wissen, sondern auch eine zentrale Botschaft: Naturschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. „Jeder kann etwas tun – durch achtsames Verhalten, durch Wertschätzung der Natur und durch bewusste Entscheidungen im Alltag“, betont Hertrich. Mensch und Natur stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern in einer Beziehung, von der beide Seiten profitieren. Die fertigen Arbeiten des Wettbewerbes werden Anfang Dezember im Rahmen der Weihnachtsausstellung der Keramikschule präsentiert.

