Berlin/Niederbayern - pm (14.09.2026) Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres in Bayern wurden kürzlich die aktuellen PISA-Ergebnisse veröffentlicht. „Die Zahlen müssen uns wachrütteln“, kommentiert die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen). Deutschland erreicht bei PISA 2025 in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen. „Wenn die Leistungen unserer Kinder und Jugendlichen auf einem historischen Tiefstand sind, kann die Antwort doch nicht sein, bei Bildung den Rotstift anzusetzen. Doch Bildung ist keine Priorität für diese Bundesregierung, das zeigt sich besonders am Haushalt.“
Besonders kritisch sieht Schönberger dabei das Ende der Förderung für „Lesestart 1–2–3“. Die Bundesregierung hat auf eine parlamentarische Anfrage bestätigt, dass die Förderung des Programms zum 31. Dezember 2026 endet und keine weiteren Mittel vorgesehen sind. Seit 2011 wurden insgesamt 43,8 Millionen Euro in das Programm und sein Vorgängerprojekt investiert.
„Das ist für mich völlig unverständlich“, sagt Schönberger. Dabei sei „Lesestart 1–2–3“ gerade deshalb so wertvoll, weil es Familien unkompliziert erreiche. Eltern von Ein- und Zweijährigen bekommen das Lesestart-Set bei teilnehmenden Kinder- und Jugendarztpraxen im Rahmen der U6 beziehungsweise U7. Darin enthalten sind ein altersgerechtes Buch und Informationen für Eltern zum Vorlesen und Erzählen. Für Dreijährige gibt es das Set in teilnehmenden Bibliotheken.
„Viele Eltern kennen dieses kleine Paket vom Kinderarzt. Man geht zur Vorsorge und bekommt nebenbei etwas mit nach Hause, das wirklich etwas bewirken kann: ein schönes Buch und einen Anstoß, gemeinsam zu lesen. Es braucht keinen Antrag, keine komplizierte Anmeldung und keine besondere Vorbildung. Genau solche niedrigschwelligen Angebote brauchen wir mehr, nicht weniger“, so Schönberger.
Gerade beim Lesen müsse der Staat früh ansetzen. „Lesen ist die Grundlage dafür, dass Kinder sich Wissen aneignen und an der Gesellschaft partizipieren können. Schönberger fordert deshalb, die Entscheidung gegen eine Fortführung von „Lesestart 1–2–3“ zu überdenken und die frühe Leseförderung auszubauen. „Wir sollten nicht erst reagieren, wenn ein Kind mit 15 Jahren bei PISA zeigt, dass es Schwierigkeiten hat. Wir müssen anfangen, wenn es drei ist. Hier geht es nicht nur um die Bildungschancen von Kindern, sondern um die Stärke unserer Gesellschaft als Ganzes“.

