Bayern - pm (26.03.2026) Weniger Bildschirm, weniger PR, mehr Menschlichkeit: Warum echte Bildung gerade jetzt Mut, Beziehung und Verantwortung für kommende Generationen braucht. Zum Beginn der Osterferien appellieren Bayerns Lehrkräfte und Erziehende an Politik, Gesellschaft und Familien: Bildung braucht mehr als Bildschirme und PR-Inszenierungen – sie lebt von Begegnung, Verantwortung und dem Mut zur Veränderung.
Die Katholische Erziehergemeinschaft Bayern (KEG) greift aktuelle Impulse aus Gesellschaft und Bildungsforschung auf und formuliert konkrete Perspektiven für Schule. Anlass ist auch ein viel beachteter Vorstoß von Tim Cook (CEO von Apple), der zu einem bewussteren Umgang mit digitalen Medien aufruft. „Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen nicht mehr Bildschirmzeit, sondern Orientierung, echte Erfahrungen und Vertrauen in ihre eigene Gestaltungskraft“, betont KEG-Landesvorsitzender Martin Goppel.
Die KEG knüpft dabei an die Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus an: Bildung müsse Zusammenhänge sichtbar machen und Verantwortung stärken. Hoffnung entstehe dort, wo junge Menschen erleben, dass ihr Handeln zählt.
Auch aktuelle Studien wie das Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung zeigen: Mitbestimmung stärkt Wohlbefinden und Lernerfolg. Deshalb fordert die KEG verbindliche, altersgerechte Beteiligung als Grundprinzip von Schule.
Bildung als Schlüssel zur Veränderung
Es braucht eine „ökologische und bildungspolitische Umkehr“ – also neue Haltungen, nicht nur Wissen. Kurz gesagt: Es geht nicht um zusätzliche Fächer, sondern um eine andere Haltung von Schule insgesamt.
„Wer mitgestalten darf, erlebt Schule als sinnstiftend und wirksam“, erklärt Goppel. „Deshalb muss Mitbestimmung ein grundlegendes Prinzip von Schule sein – nicht ein optionales Zusatzangebot.“
Notwendig sind transparente Entscheidungsprozesse sowie klar definierte, altersgerechte und strukturell verankerte Beteiligungsformate. Diese stärken nicht nur die demokratische Handlungsfähigkeit junger Menschen, sondern tragen nachhaltig zu einer positiven Schulkultur bei.
Einzelmaßnahmen wie ein Handyverbot bis zur 7. Jahrgangsstufe sind wichtige Signale, reichen aber nicht aus. Gefordert ist ein ganzheitlicher Ansatz: mehr Raum für Persönlichkeitsbildung, selbstorganisiertes Lernen, Naturerfahrungen und eine werteorientierte Medienbildung. Partizipation und Demokratiebildung müssen selbstverständlich werden.
Zum Start der Osterferien richtet die KEG einen persönlichen Appell: „Nutzen wir diese Zeit bewusst“, so Goppel. „Gehen wir hinaus, nehmen wir uns Zeit füreinander und entdecken wir die Welt jenseits des Displays neu.“ Christliche Bildung weiß seit jeher: „Der Mensch ist ein Beziehungswesen – zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Schöpfung.“
Dabei bedeutet „Liebe deinen Nächsten“ mehr als die unmittelbare Begegnung: Sie schließt auch die Verantwortung für die nächste und übernächste Generation sowie unsere Umwelt mit ein. Bildung, die diesen Gedanken ernst nimmt, denkt weiter – sie fragt danach, welche Welt wir hinterlassen und wie junge Menschen befähigt werden, sie verantwortungsvoll zu gestalten.
Und dafür steht die KEG: Im Mittelpunkt steht der Mensch – nicht Kompetenzen, Noten oder Zertifikate. Die Osterzeit lädt ein, neu zu staunen – und daraus Kraft für Schule, Kita und Gesellschaft zu schöpfen.
Die Auferstehungsbotschaft ist kein Vertrösten, sondern ein Auftrag zur Erneuerung. Ostern bedeutet Umkehr: weg von digitalen Medien und von einem Bildungssystem, das überfordert und beschleunigt, hin zu einer Bildung, die schützt, stärkt und begleitet – vor allem aber Hoffnung schenkt.

