
Genuss für Ohren, Augen und die Sinne mit den Joculatores beim Tavern in der Steckengasse. - Fotos: W. Götz
Landshut – gw (28.06.2023) Als 1475 Herzog Ludwig der Reiche seinen Sohn Georg den Reichen mit der polnischen Königstochter Hedwig Jagiellonica verheiratete, verfügte er, dass während des Festes kein Landshuter Gastronom Gästen etwas anbieten durfte. Schließlich war er es, der alle für eine Woche mit Speis und Trank frei hielt. Alle sollten sich wohl fühlen, auch die Bürger der Stadt, für die im Salzstadel eine Taverne eingerichtet war. So kommt es bei der Landshuter Hochzeit zum „Tavern in der Steckengasse“.
So war es Georg der Reiche der für die Herzogstadt Bayern-Landshut 1493 das Reinheitsgebot erließ, dass Brauer nur Malz, Hopfen und Wasser verwenden durften, bei Vermeidung von Strafe an Leib und Gut. Eine wichtige Funktion nahm der Salzstadel in der Steckengasse als Getreide- und Hopfenspeicher ein.

Hauptmahl und Nachspeis: Angerichtet wird in großen Keramikschüsseln, gegessen natürlich mit Messer und Gabel.
„Fressen und Saufen bis die Schwarte kracht“. Mit derben Sprüchen, derben Späßen und grotesken Geschichten begleiten die Joculatores den Abend auf der Bühne. Sie sind Spielleute und Spaßmacher, die im Schankhaus „Saltstadel“ einen Bilderboden aus dem späten Mittelalter zelebrieren zwischen Spielleut-Hölle und Küchen-Himmel. So hat der Herr die Pflanzen gemacht, die Trauben und Dolden tragen.

Über drei Stunden Unterhaltung samst vollschlagen der Wämste wird im Salzstadel geboten.
Serviert wird heute kein Sauerampfer aus den Isarhangleiten sondern reiner weißer und roter Wein, reines Bier und klares kühles Wasser. Zur Vorspeis kommen Griebenschmalz, Obatzta, Quark mit Kräutern und frisch gebackenes Landbrot auf den Tisch. Das Hauptmahl werden Spanferkelteile, Gickerlschenkel und Ripperl samt gedämpften Gemüse in großen Schalen serviert, dazu Sauerkraut mit Speck und Schuxen als Hefegebäck. Zum Nachgang wird ein Kaiserschmarrn mit Apfelkompott und gezuckerten Beeren serviert.

Die Joculatores erzählen, singen und spielen derweil, wie es beim Fasanenfest gelang, zu 28st in einer übergroßen Pastete eingebacken zu werden.

