
Eine Schleiereule lugt aus ihrem Nistkasten, in dem sie mehrere Junge aufgezogen hat. - Foto: Johannes Selmansberger
Niederbayern - pm (25.09.2026) Die Regierung von Niederbayern startet als Höhere Naturschutzbehörde ein Projekt zur Erfassung der Schleiereule im Landkreis Landshut. Als Projektbearbeiter ruft der Ornithologe Philipp Herrmann – vielen besser bekannt als „Vogelphilipp“ – die Bevölkerung dazu auf, Hinweise zum Vorkommen der nachtaktiven Jäger zu melden.
Die Schleiereule ist in Bayern allgemein stark gefährdet. Zu Beginn der 1990er Jahre galt sie in ganz Niederbayern sogar als praktisch ausgestorben. Ein vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) im Jahr 1992 gestartetes Artenhilfsprogramm brachte die Wende. Durch das gezielte Aufhängen von Nistkästen erholte sich der Bestand bis zum Jahr 2002 wieder auf knapp 40 Brutpaare. Letzte Zahlen des LBV Niederbayern zeigen mit lediglich 13 Brutpaaren niederbayernweit jedoch wieder eine Verschlechterung.
Die lokalen Erfolge von Johannes Selmansberger, Eulenschützer vom BUND Naturschutz – Ortsgruppe Kleines Vilstal, zeigen eindrucksvoll, dass die Art von intensiven Schutzmaßnahmen profitiert und Bestände auch wieder aufgebaut werden können. Dies soll nun auch landkreisweit passieren.
Warum die Eule unsere Hilfe braucht
Da Schleiereulen Kulturfolger sind, jagen sie sehr gerne direkt am Ortsrand oder im Umfeld von Höfen. Erfahrungen zeigen, dass künstliche Nisthilfen für den Schleiereulenschutz von besonderer Bedeutung sind, da moderne Gebäude und Scheunen häufig komplett abgeschlossen sind. Hofbesitzer spielen daher eine entscheidende Rolle beim Schleiereulenschutz. Und genau hier setzt das neue Projekt an: Überall da, wo sich Scheunen oder andere Hofgebäude durch Einfluglöcher wieder zugänglich machen und Nistkästen anbringen lassen, ist eine Ansiedlung des seltenen Vogels möglich. Um jedoch gezielte Schutzmaßnahmen planen zu können, müssen zuvor die aktuellen Bestände und geeigneten Standorte im Landkreis Landshut erfasst werden.
Aufruf zur Mithilfe
Um ein lückenloses Bild des aktuellen Bestandes zu erhalten, bittet Philipp Herrmann um die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Landshut:
- Haben Sie in letzter Zeit eine Schleiereule gesehen oder gehört?
- Kennen Sie verlassene oder genutzte Brutplätze in alten Scheunen oder Kirchtürmen?
- Sind Sie Hofbesitzer und haben Interesse daran, einen Nistkasten auf Ihrem Hof anzubringen?
Hinweise nimmt Philipp Herrmann gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen. Jede Meldung leistet einen direkten Beitrag dazu, das Überleben der Schleiereule in Niederbayern auch für die Zukunft zu sichern.

