Bayern - pm (03.11.2026) Das Schafkopfen gehört zu Bayerns lebendiger Wirtshauskultur - noch. Damit das traditionsreiche Kartenspiel auch künftig seinen festen Platz in den Wirtshäusern hat, ruft der Bayerische Landesverein für Heimatpflege die Auszeichnung „Schafkopffreundliches Wirtshaus“ ins Leben. Die Initiative kam durch eine Idee des Dachauer Landrates Stefan Löwl ins Rollen, der die Kampagne am 21. November mit einem Schafkopfturnier starten wird.
„Wir wollen Gaststätten würdigen, in denen das Kartenspielen ausdrücklich willkommen ist, weil das nicht mehr überall selbstverständlich ist. Und wir wollen dazu beitragen, diese bayerische Tradition zu bewahren und weiterzugeben“, sagt Löwl, selbst begeisterter Kartler (siehe https://www.heimat-bayern.de/karten-auf-den-tisch/).
Der Landesverein für Heimatpflege hat ein eigenes Logo sowie eine wetterfeste Plakette entwickelt, mit der teilnehmende Wirtshäuser ihre Schafkopffreundlichkeit nach außen sichtbar machen können. Darüber hinaus gibt es eine neue Internetseite, auf der sich interessierte Wirte registrieren können: https://www.schafkopfwirt.de
„Es gibt viele Kartler, die sich zum Schafkopfen treffen wollen und einfach keine Bleibe finden. Auf unserer neuen Internetseite finden Kartler schafkopffreundliche Wirte, die sich bei uns registriert haben“, sagt Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege, und hofft: „Hoffentlich melden sich viele Wirte an!“ Die Teilnahme ist für Wirtshäuser unkompliziert möglich: Mit ihrer Anmeldung bestätigen die Wirte, dass bei ihnen Schafkopf gespielt werden darf und Spielkarten vorgehalten werden.
Inspiriert ist das Vorhaben von der erfolgreichen Initiative „Musikantenfreundliches Wirtshaus“, mit dem sich der Landesverein, die sieben Bezirke, der Dehoga und das Heimatministerium für die Pflege der traditionellen Volksmusik in Wirtshäusern einsetzt. Mit der neuen Auszeichnung soll dem Schafkopfen als festem Bestandteil bayerischer Geselligkeit mehr Aufmerksamkeit verschafft werden. Ziel ist es, Wirtshäuser sichtbar zu machen, in denen Karten gespielt werden darf und entsprechende Kartenspiele zur Verfügung stehen.
Den offiziellen Auftakt der Initiative bildet eine Veranstaltung am 21. November um 15 Uhr in der Gaststätte von Schloss Odelzhausen. Neben der Vorstellung des Projekts ist ein Schafkopfturnier geplant, das Gelegenheit bietet, die Begeisterung für das traditionsreiche Kartenspiel gemeinsam zu erleben. Erwartet werden rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Vertreter aus Politik und Öffentlichkeit. Landrat Stefan Löwl übernimmt die Schirmherrschaft für das Turnier. Das Landratsamt Dachau verantwortet die Organisation.
Im Januar bietet der Landesverein in München einen Kurs an, bei dem man das Schafkopfen an zwei Abenden lernen kann. „Um dieses Spiel zu lernen, sind gute Schafkopf-Pädagogen hilfreich. Und die haben wir“, sagt Neumaier.
Schafkopfen ist weit mehr als ein Kartenspiel: Es bringt Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen und fördert Geselligkeit und Gespräche. Mit der Auszeichnung sollen Gaststätten unterstützt werden, die Raum für diese Form des Miteinanders bieten.
Einen lesenswerten kulturhistorischen Beitrag zum Schafkopf finden Sie hier: https://www.heimat-bayern.de/schafkopf-guenter-dippold/

