Landwirtschaftsausschuss unterstützt Grünen-Antrag zum Bestandsschutz – Mia Goller dankt den Fraktionen von CSU, FW und SPD
München - pm (21.10.2026) Ein einstimmiges Votum für einen Antrag der Grünen – das ist im Bayerischen Landtag alles andere als selbstverständlich. Umso größer ist die Freude bei der niederbayerischen Landtagsabgeordneten Mia Goller. Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus hat am Mittwoch ihren Antrag zum besseren Schutz bestehender Wirtshäuser, Kneipen und Boazn bei einem Betreiberwechsel einstimmig angenommen.
Goller hatte den Antrag selbst ausgearbeitet und in den Ausschuss eingebracht. Ihr Anliegen: Wer ein bestehendes Wirtshaus übernehmen möchte, soll nicht durch unverhältnismäßige Auflagen und kostspielige Nachrüstpflichten abgeschreckt werden. Die Staatsregierung soll deshalb prüfen, wie sich der Bestandsschutz bei einer Betriebsnachfolge gesetzlich besser absichern lässt.
„Ich sage ganz ausdrücklich Danke an die Kolleginnen und Kollegen der CSU, FW und SPD Fraktion. Wir sind politisch wahrlich nicht immer einer Meinung. Aber heute haben wir gezeigt, dass wir bei einem wichtigen Anliegen für die Menschen in Bayern auch gemeinsam an einem Strang ziehen können“, freut sich Goller.
Für die Abgeordnete geht es dabei um weit mehr als um Gaststättenrecht. „Ein Wirtshaus ist doch nicht einfach nur ein Ort, an dem man eine Halbe trinken oder ein Schnitzel essen kann. Gerade auf dem Land ist es oft der Mittelpunkt des Dorflebens. Da wird geratscht, diskutiert, manchmal auch gestritten – und hinterher sitzt man trotzdem wieder gemeinsam am Tisch. Das ist gelebte Gemeinschaft und manchmal sogar gelebte Demokratie.“
Ähnliches gelte für die Boazn in den Städten. Auch sie seien wichtige Treffpunkte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden. „Wenn das letzte Wirtshaus im Dorf zusperrt oder die letzte Boazn im Viertel verschwindet, geht ein Stück Lebensqualität verloren. Und das bekommen wir nicht so einfach wieder zurück“, betont Goller.
Natürlich müssten Hygiene, Brandschutz und Sicherheit weiterhin gewährleistet sein. Aber wer einen seit Jahrzehnten rechtmäßig betriebenen Gasthof übernehme, dürfe nicht automatisch behandelt werden, als würde er einen vollständigen Neubau errichten.
„Heute haben wir über Parteigrenzen hinweg ein gutes Signal gesetzt. Unsere Wirtshäuser und Boazn gehören zu Bayern. Und wir sollten alles Vernünftige dafür tun, dass das auch so bleibt.“
Jetzt hofft Goller, dass die Staatsregierung die angestoßene Prüfung zügig aufgreift und daraus praktikable Lösungen für die Wirtsleute entwickelt. "Übrigens: Zum Dorfwirtshaus Retten gehört auch das Hingehen", so die Abgeordnete abschließend.

