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Die Bedeutung der Digitalisierung der künftigen Arbeitswelt elektrisiert. Niederbayern noch schlecht dran, weil zu sehr auf Metall- & Autobranche fixiert

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Trotz gleichzeitiger Fußball-Übertragung (Länderspiel) kamen gut 60 Interressenten

Landshut (22.06.2017) Das Thema "Digitalisierung", die digitale Zukunft der Arbeitswelt und das speziell in Niederbayern, elektrisiert. Digitalisierung ist vegleichbar mit der Eirführung des mechanischen Webstuhls, der Fließbandproduktion (beginnend bei Ford USA) und mit dem Siegeszug der Computer und das nicht übermorgen oder in ferner Zukunft, sondern schon sehr bald: lokal, regional national und global.

Vorreiter sind schon jetzt die Weltmarktführer USA, China und Japan. Gut 60 Interressierte kamen am Montagabend auf Einladung des Liberalen Mittelstands mit Bernd Einmeier an der Spitze in den Stadel der Schönbrunner Tafernwirtschaft zu einer fast dreistündigen Podiumsdiskussion, an der sich auch Oberbürgermeister Alexander Putz und die hiesige FDP-Bundestagskandidatin Nicole Bauer beteiligten.

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Im Bild von links Moderatorin Franziska Grosswald, Initiator Bernd Einmeier, Digital-Schreinermeister Josef Eibl, DGB-Regionalgeschäftsführer Hans-Dieter Schenk,  Robert Maier (Agentur für Arbeit) und der kritische bzw. pessimistische Wirtschaftsexperte und Buchautor Thomas Sattelberger. - Fotos Hermann Schnall

Die junge Moderatorin Franziska Grosswald sorgte für einen spannenden Verlauf. Ernüchternd, wenn nicht sogar bedrückend war die Beschreibung der Ist-Situation unseres Regierungsbezirks Niederbayern durch den Wirtschaftsexperten und Buchautor Thomas Sattelberger. Die Metallbranche und Automobilindustrie sei mit 39 % zu dominant. Bei der Elektronik herrsche großer Nachholbedarf. 8.000 Facharbeiter würden schon jetzt fehlen. Zudem habe Niederbayern mit 10,8 % die höchste Jugendarbeitslosigkit in ganz Bayern. Das sei nicht zuletzt wohl auch ein Qualifizierungsproblem. Ausbaubedürftig sei auch die niederbayerische Hoschullandschaft. Bezeichnend sei dabei, dass die Deggendorfer Hochschule größer (5.800 Studierende) sei als die der Regierungshauptstadt Landshut (5.300). Insgesamt habe Niederbayern deutlich weniger Akademiker. Das Bildungsangbot müsse rasch erweitert werden. Gute Noten bekam von Thomas Sattelberger lediglich die Ausbildung in den teils sogar nagelneun Berufsschulen des Bezirks. 

Den Niederbayern fehle es auch an der notwendigen Gründermentalität. Hier sei sogar aktuell ein Rückgang um 18 % festzustellen. Als Gründer und Innovator konnte auf dem Podium der junge, dynamische Schreinermeister Josef Eibl  - in der vierten Generation - aus Aham glänzen. Er hat seinen Betrieb mit 30 Mitarbeitern, darunter mehrere Auszubildende, schon vor Jahren komplett mit beträchtlichem finanziellen Aufwand digitalisiert. Individualität und Kreativität wird jetzt ganz groß geschrieben. Das Betriebsklima könnte nicht besser sein. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht. Die jeweilige Auftragslage ist für die digitale Ahamer Möbel- und Bauschreinerei ausschlaggebend.

In Punkto Arbeitszeiten griff der DGB-Regionalgeschäftsführer Hans-Dieter Schenk ein. Er warb auch im Zuge der Digitalisierung für feste, wenn auch flexible Arbeitszeiten. Die Gewerkschaften wollen aber auch die Chancen der Digitalisierung sehen und fordern von den Betrieben rechtzeitige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Fort- und Weiterbildung. Da ist nicht zuletzt die Agentur für Arbeit gefordert. Robert Maier stellte die Arbeitsagenturen als moderne Dienstleister vor. Er warb für einen engen Schulterschluss mit den Arbeitgebern und künftigen digitalen Unternehmern. Den Pessimusmus von Thomas Sattelberger wollte sich Robert Maier nicht zu eigen machen. Er sieht zwar auch die recht einseitige Ausrichtung auf die Autobranche samt Zulieferer, doch Niederbayern (1,2 Mio. Einwohner) habe die letzten zehn, zwanzig Jahre gewaltig aufgeholt, auch wenn das Bruttoinlandprodukt noch um 3 % unter dem Landesduchschnitt liege.

Initiator der Podiusmdiskussion war der Vorsitzende der Liberalen Mittelständler Niederbayern, Bernd Einmeier (Landshut), der sehr anschaulich aus mehrjähriger Erfahrung als Kooperationspartner von den imposanten Digitalisierungsfortschritten in China berichten konnte.

So mancher Besucher wird sehr nachdenklich den Heimweg angetreten haben. Nicht so Oberbürgermeister Alexander Putz. Er warb für mehr Wirtschaftskunde schon in den Schulen. Zu einer konkreten Debatte über den Wirtschaftsstandort Landshut (Zukunftschancen?) kam es nicht mehr. Immerhin bekommt die Region Landshut in Kooperation mit der Hochschule für 5 Mio. Euro ein vom Freistaat finanziertes Innovations-Center. /hs                                    

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